Die Straßen New Orleans…

Um New Orleans zu beschreiben sind alle Worte oder Bilder zu wedsc_0685nig. Man bräuchte ein Mixtape. Schon am Flughafen, nach meiner fast 24 stündigen Reise von Kopenhagen, hat mir der Blues, der aus den Lautsprechern drang ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. In den Straßen diese Stadt liegt so viel Kreativität, dass man sie fast vibrieren sehen kann. Kinder die auf Eimern zu der aus den Bars auf die Gassen dringenden Musik trommeln. Ganze Bands, die an Straßenecken spielend mit ihrer Musik ihr Brot verdienen. Eine Saxofonistin auf einer Parkbank.

Drei Nächte durfte ich in diesem wunderschönen Ort am Mississippi river verbringen und ich glaube ich bin verliebt. Wenige Städte haben mich je so verzaubert wie diese. New Orleans ist eine der ältesten Städte in den USA. Auch wenn alt für europäische Maßstäbe immer noch sehr jung ist, tragen die bunten Häuser mit ihren ausladenden Veranden zu ihrem besonderen Charme bei. Außerdem ist hier in Louisiana im November Wetter wie in Deutschland im Sommer. Also konnte ich im -shirt durch die Straßen schlendern vorbei an allerlei einzigartigen Läden, wie man sie wohl nur hier findet. In den Gassen von New Orleans könnte sich Harry Potter ohne Probleme für Hogwarts ausstatten. In den Auslagen sieht man Zauberstäbe, okkulte Bücher, Voodoopuppen, Räucherwerk und allerlei merkwürdige Gegenstände, bei denen ich mir gar nicht sicher bin ob ich ihren Zweck wirklich erfahren will. Mit einem Bier in der Hand sitzen die Leute an dedsc_0671n Bordsteinen, hören der Musik zu die aus allen Ecken tönt und genießen die Sonne. Wenn sie untergeht strömen die Massen in Burbon- und Hähnchenstreifen wo sich eine Bar an die andere reiht. Hier tanzt keiner zu Musik aus der Dose. Mein Herz geht auf bei diesen fantastischen Musikern die man überall bewundern kann.

Aber nicht nur auf den Straßen, auch im Hostel -India House- wird die Kreativität gelebt. Ein Streetartkünstler probiert Schablonen seiner Trump-Hitler Kdsc_0701arikatur aus. Die Sängerin aus Las Vegas, die im Stockbett unter mir schläft sucht ein Job und der hübsche Langhaarige, der das typisch amerikanische Frühstück kocht nimmt am Nachmittag mit seiner Blues band auf. Die Atmosphäre ist einzigartig. Die Freundlichkeit der Südstaaten gepaart mit der Offenheit Reisender und betrunkener Sentimentalität erzeugt ein familiäres Gefühl. Auch wenn die Freundschaften, die sich so echt anfühlen oberflächlich bleiben, tut es gut von anderen Reisenden umgeben zu sein. Jeder der für ein bisschen länger seinen Rucksack packt, ist irgendwo auf der Suche und das kann man spüren. Keiner hier würde dich dafür verurteilen, dass du keinen festen Job oder Wohnsitz haben willst. Ich denke, das ist es auch was Orte wie diese so inspirierend macht: Egal, ob du Almchemielehrer, Videoblogger oder Polizist bist, du wirst so akzeptiert wie du bist.

So gibt es einfach Orte an denen ich mich ein bisschen mehr selbst finden kann und solche die nur dafür da sind, dass man sich verliert. Eine Stadt wie New Orleans ist definitiv letzteres. Aber manchmal ist es wichtig für mich loszulassen um zu sehen wohin das Leben mich treibt…

Jetzt bin ich in Gainesville, Florida. Nach einer zehnstündigen Busfahrt durch die Sümpfe Louisianas und Wälder Floridas kam ich endlich dazu Randy, meinen langjährigen Freund und Camino-companero zu überraschen. Er dachte ich wäre in Russland und wartete auf meinen Anruf während ich zu seiner Haustür herein spazierte. Was soll ich sagen, es gibt einfach nichts Schöneres auf der Welt als einem Menschen, den man liebt eine Freude zu machen.


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