New Orleans die Zweite

und warum ich alleine reise

Von Florida nach New Orleans, von dort nach Charlotte weiter nach London. Jetzt bin ich in Kopenhagen. Zum Glück konnte ich dieses mal während meiner über 20 stündigen Reise ein bisschen schlafen. Trotzdem fühle ich mich erschöpft und habe eine Dusche mehr als nötig.

New Orleans war ein weiteres mal wunderschön. Ich habe mir endlich auch Zeit genommen, die Stadt richtig zu erkunden. Ich war in zahllosen kleinen Galerien dsc_0961im französischen Viertel, bin Nachts am Mississippi river entlang gelaufen, habe die alten Friedhöfe besucht und endlich Beignets probiert. Außerdem habe ich mir vor der Kathedrale die Karten legen lassen. Laut dem etwas betrunken wirkendem „Orakel“ werde ich in zwei bis drei Jahren die Liebe meines Lebens treffen und in sieben bis zehn Jahren Kinder bekommen. Wir werden ja sehen. Ich habe im selben Hostel übernachtet wie letztes mal, India House.

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Beignets

Vielleicht nicht der sauberste oder luxeriöseste Ort, aber es hat eine sehr gemütliche und familiäre Atmosphäre. Natürlich habe ich dort auch wieder interessante und nette Menschen kennen gelernt mit denen ich mich zusammen tun konnte um das Nachtleben zu geniesen. Wie ich schon in meinem letzten Post über New Orleans geschrieben habe, ist das die Stadt der Musik.

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Der Kartenleger

Ohne es zu planen sind wir zuerst in ein HipHop Konzert gestolpert. Delish, eine übergewichtige, schwarze, glazköpfige Frau rapte so voller Leidenschaft, dass ich mich glatt in sie verliebt hätte, würde ich nicht auf Männer stehen. Von dort ging es dann weiter auf ein Swing Konzert von Jumbo Shrimp. In einem kleinen Club zwängten sich fünf grandiose Musiker auf eine winzige Bühne während das Publikum sich um den Verstand tanzte. Es ist unglaublich wie viel gute Musik man in einer Nacht hören kann. Ich kann nicht sagen, wie sehr ich diese Stadt liebe.

 

 

Ich habe aber auch wieder erkannt, warum ich alleine reise. Ich werde oft gefragt, ob ich keine Angst hätte oder mir das nicht unangenehm wäre. Die Antwort ist schlicht: Nein. Ich liebe es.

Ich muss zugeben, dass ich vor allem aus einem Grund angefangen habe alleine auf Reisen zu gehen. Es wollte keiner mitkommen. Seit dem ich 16 bin wollte ich immer schon meinen Rucksack packen und los ziehen, aber ich hatte zu viel Angst es alleine zu tun. Erst als ich dann 20 war habe ich beschlossen, dass alleine reisen allemal besser ist als gar nicht. Am Anfang war es sehr ungewohnt: So viele neue Eindrücke und niemand da, der sie mit mir teilt. Aber nach und nach habe ich mich daran gewöhnt. Mittlerweile genieße ich es alleine auf Reisen zu sein. Es hat so viele Vorteile. Alleine ist man flexibler. Ich kann genau das machen was ich möchte, ohne jemanden zu enttäuschen. Und wenn ich ein ganzen Tag im Hostel bleiben möchte, weil ich zu müde bin um aus dem Haus zu gehen, kann ich das ohne schlechtes Gewissen tun. Ich muss keine Kompromisse schließen und nur auf mich selbst achtgeben. Ich reise nicht nur um fremde Orte zu sehen oder Unbekanntes zu erfahren, sondern vor allem um zu wachsen und mich selbst zu reflektieren. Mit Begleitung wäre das nicht in diesem Umfang möglich. Ich möchte mich auf reisen selbst neu erfinden und nicht ständig daran erinnert werden, wie ich zu Hause bin. Dadurch, dass ich alleine unterwegs bin, lerne ich einfacher Leute kennen. Wenn man einen Reisepartner hat, verbringt man doch die meiste Zeit nur mit ihm. Ich genieße es wirklich alleine Essen zu gehen oder in einer Bar einen guten Rotwein zu trinken. Es gibt kaum etwas besseres, als voller Achtsamkeit, nur zu schmecken. Ihr wärt überrascht was man bei einer Mahlzeit so verpassen kann, wenn man sie in ein Gespräch vertieft herunter schlingt. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich Dinge intensiver wahrnehme wenn ich alleine reise.


2 Gedanken zu “New Orleans die Zweite

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