Fünf Highlights aus fünf Monaten Nepal

nepalnaturIch kann es kaum glauben, dass meine 150 Tage in Nepal schon vorüber sind und es für mich an der Zeit ist weiterzuziehen. Natürlich freue ich mich darauf Indien zu besuchen und auf all die Abenteuer, die mich dort erwarten. Aber bei dem Gedanken Nepal hinter mir zu lassen wird mein Herz schwer. Dieses Land hat mich verändert. Es hat mich Demut gelehrt, hat mir gezeigt wer ich bin und wo ich sein möchte, hat mir wunderbare Momente beschert, mich bis auf die Knochen erschüttert und mir vor Lachen Bauchschmerzen bereitet. Hier habe ich auf Baustellen in der glühenden Sonne gearbeitet, bin durch Schneestürme gewandet und habe bei strömendem Regen im Zelt geschlafen. Ich habe in Klöstern meditiert, habe unzählige Tempel besucht und Yoga gelernt. Hier habe ich echte Freunde gefunden und mir wurde das Herz gebrochen… So viel habe ich in Nepal erlebt, erfahren und gelernt.

Hier die fünf absoluten Highlights aus meiner Zeit in dem Land, das mich so verzaubert hat.

1. Freiwilligenarbeit bei Conscious Impact

FB_IMG_1488271634155Es war schlussendlich nicht mehr als ein vergessenes Handtuch, das mich zu Conscious Impact geführt hat und ich war meiner Zerstreutheit noch nie dankbarer. Das Projekt, in dem ich mehr als 2 Monate verbracht habe, leistet unglaubliche Arbeit.Es unterstützt nicht nur den Wiederaufbau des Dorfes Takure nach dem Erdbeben mit nachhaltigen Baumethoden. Es hat auch ein Agrarkulturprogramm, dessen Ziel es ist den Bauern langfristig ein Einkommen durch Kaffee zu ermöglichen. Außerdem besuchen Freiwillige regelmäßig die lokalen Schulen und bieten zum Beispiel Kunstklassen oder Mädchen Workshops zusätzlich zum Stundenplan an. Meine Zeit bei Conscious Impact war von harter Arbeit und Einfachheit geprägt. So konnte ich einmal mehr sehen dass ich nicht viel mehr brauche als eine sinnvolle Aufgabe, einen Schlafplatz und drei Mahlzeiten am Tag um glücklich zu sein. Abgesehen davon konnte ich unglaublich viel lernen und habe erkannt wie wertvoll ein Leben in Gemeinschaft für mich ist. Dieses Projekt und seine Freiwilligen sind auch der Hauptgrund warum ich nächstes Jahr wieder nach Nepal zurückkehren will. (hier zu dem Blogartikel darüber)

2. Tempel, Stupas und alte Rieten

Die Religionslandschaft in Nepal ist einzigartig. Buddhismus, Hinduismus und alte, animistische Gebräuche werden nicht nur friedlich nebeneinander praktiziert, sondern sind sogar eng miteinander verwoben. Man sieht buddhistische Gebetsräder in hinduistischen Tempeln, Statuen hinduistischer Götter an buddhistischen Stupas und die Gläubigen scheinen nicht immer genau zu differenzieren welcher Religion sie angehören. Ich finde das wunderschön und denke, dass der Westen von diesem friedlichen Zusammenleben der Religionen viel lernen kann. Schlussendlich glauben wir alle dasselbe. Eine Auffassung, die hier in Nepal viele Menschen vertreten. Auch habe ich es sehr genossen in einem Land zu sein, wo der Glaube noch eine aktive Rolle im Alltag spielt. Ob ich am Morgen an einem hinduistischen Tempel meine Gebete gesprochen habe oder Mantras murmelnd um eine Stupa gelaufen bin – ich war selten alleine.

Blick auf den Hauptempel von Pashupatinath
Der Haupttempel von Pashupatinath (mit goldenem Dach) darf nur von Hindus betreten werden. Davor sieht man dan Flussufer an dem die Totenverbrennungen stattfinden.

3. Das Dorfleben

Viele Reisende, die ich getroffen habe, verlassen kaum die abgetretenen Touristenpfade zwischen Kathmandu und Pokhara. Leider verpassen sie so das beste Nepals, das Dorfleben. Meine schönsten Erlebnisse hier waren garantiert die Mittagessen zu denen ich von Bauern eingeladen wurde. Mein Nepali ist leider nicht gut genug um eine richtige Unterhaltung zu führen, aber HausNepaltrotzdem genoss ich es mit den Familien am Boden ihres Hauses zu sitzen und Dal Baht mit den Händen zu essen. Die Freude, die Nepalis ausstrahlen, ist unbeschreiblich. Obwohl ihre Lebensverhältnisse nicht schlichter sein könnten und oft von bitterer Armut geprägt sind, haben sie immer ein Lächeln im Gesicht. In Deutschland sehe ich das so selten. Die Menschen dort haben alles wovon man träumen könnte, nur glücklich sind sie nicht. Vielleicht ist das der Grund warum ein Leben in Nepal momentan so viel anziehender auf mich wirkt als eines in Deutschland.

 

4. Trekking in Langtang

 

LangtangTreck
Die Magie in den Himalayas ist unbeschreiblich

 

Was gibt es Schöneres, wie tagelang in der Natur zu laufen? Vielleicht nur tagelang in den Himalayas zu laufen. Ich habe mir mit meinem 10 Tage Treck in Langtang einen Traum verwirklicht und wenn ich daran denke, füllt sich mein Herz immer noch mit Freude. Den höchsten Bergen der Welt so nahe zu sein ist wirklich etwas Besonderes, das jeder der nach Nepal kommt erleben sollte. Ich bin sehr froh, dass ich nicht wie ursprünglich geplant einen beliebteren Treck im Anapurna Gebiet gelaufen bin. So begegnete ich in meiner Zeit in den Bergen nur wenigen anderen Wanderern und hatte die Gelegenheit in aller Ruhe alleine die Natur zu genießen.

5. Kathmandu

Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen werde, aber Kathmandu wird mir fehlen. Die Hauptstadt Nepals ist ein Erlebnis für sich. Das Verkehrschaos, der Lärm, die Luftverschmutzung, der Gestank, der Müll, der Staub… All das gehört zu der Hauptstadt und hat am Anfang sehr abschreckend auf mich gewirkt. Sobald ich mich aber daran gewöhnt hatte, entfaltete die Stadt der tausend Tempel eine einzigartige Schönheit, die ich nur schwer beschreiben kann. In Kathmandu gibt es so viel zu sehen und zu entdecken: Pashupatinath, der wichtigste Shiva Tempel in Nepal, Boudhanath, eine der größten Stupas der Welt, Swayambhunath, der Affentempel auf einem Hügel über der Stadt, sind nur wenige Beispiele dafür. Kathmandu hat eine besondere Atmosphäre in der man sich leicht verlieren kann. Das ist wohl auch der Grund warum ich insgesamt circa vier Wochen meiner Zeit dort verbracht habe.

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Blick über die Stadt

 

Übrigens: Das Hostel Wanderthirst ist „the place to stay“ in Kathmandu. Eines der besten Hostels in denen ich je übernachten durfte. Super nette Leute, gemütliche Zimmer, kostenlose Yogastunden, viel Platz, Dachterasse, Bar, Restaurant, kostenloses leckeres Frühstück, Fernsehzimmer, schnelles Internet… Es gibt wohl kaum etwas, dass diese Unterkunft nicht bietet.

Ich kann gar nicht beschreiben, wie dankbar ich Nepal bin und wie sehr ich mich darauf freue in einem Jahr wieder zurückzukehren. Bis dahin warten jedoch Indien, eine Heimkehr nach Deutschland und Australien auf mich. Es gibt neue Plätze zu entdecken. Nepal wird jedoch immer in meinem Herz sein.

Ma timilai maja gortschu! Namaskar Nepal

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4 Gedanken zu “Fünf Highlights aus fünf Monaten Nepal

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