5 Dinge, die ich aus Katstophen gelernt habe

 

Gangesbad
Eines der letzten Fotos von meiener Indienreise, wo noch alles gut war. Bei einem Bad im Ganges

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll zu erzählen. Die letzten Monate waren voller Aufregung. So habe ich mir doch in Indien eine Tropenkrankheit eingefangen und musste deswegen ein paar Tage in Dehli ins Krankenhaus. Auch wenn ich glücklicherweise bei meinem Rückflug kein Fieber mehr hatte, verbrachte ich die ersten zwei Wochen in Deutschland damit von einem Doktor zum nächsten zu rennen. Weniger spannend, aber circa genauso nervenaufreibend war der ganze Papierkram der in Deutschland auf mich gewartet hatte. Ich hatte Mahnungen von Versicherungen deren Existenz mir unbekannt war. Ich weiß nicht mehr wie viele Telefonate ich führen musste bis diese und meinen Telefonvertrag gekündigt hatte. Natürlich bekam ich das Australische Visum auch nicht so einfach, wie scheinbar alle anderen, sondern musste mich dafür bei einem Amtsarzt in Frankfurt untersuchen lassen. Ich hatte es mir wirklich einfacher vorgestellt meinen festen Wohnsitz in Deutschland aufzugeben. Meine Bücher aufzugeben war dabei wohl der Zeitaufwendigste Teil.

 

Aber jetzt bin ich fertig. Ich sitze im Flugzeug nach Australien. Mein ganzer Besitz erstreckt sich auf ein paar Kisten mit Erinnerungsstücken auf dem Dachboden meiner Mutter und natürlich meinem 35 Liter Rucksack, der irgendwo im Bauch des Flugzeugs mitfliegt.

Egal, wie stressig die letzten Wochen waren. Ich habe sehr viel gelernt. In vielerlei Hinsicht mag ich sogar erwachsener geworden sein. Habe ein Stück weit meine kindliche Unbesorgtheit verloren. Und das ist auch gut so. Denn auch wenn ich mich immer dagegen sträube vernünftig zu sein, hätte es mich doch vor so vielen Katastrophen in den letzten zwei Monaten bewahrt. Damit euch nicht das selbe passiert. Hier die Liste der Dinge mit denen nicht zu Spaßen ist, auch wenn du, wie ich, das Leben gerne auf die leichte Schulter nimmst.

1, Seit nett zu den Anderen

Während meiner Reise kam es immer und immer wieder vor das ich nicht nett genug war. Nicht unbedingt zu den Menschen in meiner direkten Umgebung sondern vor allem zu denen die zu Hause geblieben waren. Ich kam mir so viel besser vor, mit meinem freien, wilden Leben, das ich oft unfair zu ihnen war. Was wollte MIR denn auch jemand erzählen, der nicht reiste? Nur wie so oft kommt Hochmut vor dem Fall und ich bin tief genug gefallen und hart genug aufgeschlagen, sodass ich meinen Fehler gelernt habe. Mir war meine Arroganz nicht bewusst. Aber ich habe mit ihr Menschen, die ich liebe, verletzt und das tut mir sehr leid. Wir alle müssen früher oder später lernen das wir ,egal wie selbstständig wir sind, nicht ohne Unterstützung leben können.

2. WASSER FILTERN!!!

Ich gebe es zu: Ich habe in Indien nicht gefiltertes Wasser getrunken. Genauso wie in Marokko und Nepal. Ich war zu sorglos, habe nicht immer nachgefragt ob das Wasser gefiltert war, das mir serviert wurde. Ab und zu habe ich sogar ganz bewusst ungefiltertes Wasser getrunken. Ein Stück weit habe ich sogar daran geglaubt, dass ich langsam eine Immunität entwickelt hätte. Ich habe geglaubt, das mein Magen sich an die Bakterien im Wasser gewohnt hatte und mir deswegen nichts mehr passieren könne.

Zuckerrohrsaft
Zuckerrohrsaft, von einer Straßenbude, mit Eiswürfeln.

Was für ein Schwachsinn und was für eine Dummheit! Für die ich sehr gründlich bezahlt habe. Zwei Wochen vor meiner Rückreise von Indien fing es an mir schlecht zu gehen. Ich war schrecklich erschöpft und konnte den ganzen Tag nichts anderes machen, als mit in unserer Unterkunft Filme auf dem Laptop anzuschauen. Ich hatte stechende Kopf- und Bauchschmerzen und jede Nacht bekam ich heftige Fieberschübe. Da ich schon in Deutschland nicht gerne zum Arzt gehe, ließ ich mir in Indien noch mehr Zeit. Erst in Dehli, als ich mich eines Nachts in den Schlaf geweint hatte, weil es so schlimm war, schleppte ich mich ins Krankenhaus. Dort wollten sie mich auch gleich da behalten. Ich habe mir die letzte Woche meiner Reise schöner vorgestellt, als mich in einem 12 Bett Zimmer vor Schmerzen zu winden und selbst zu bemitleiden. Von dem Stress, den ich hatte, als ich zurück nach Deutschland kam, will ich gar nicht sprechen. Die Tropenkrankheit, die ich mir eingefangen hatte, musste mein Arzt sogar dem Gesundheitsamt melden. Das alles wäre absolut vermeidbar gewesen hätte ich mehr aufgepasst. Deswegen Leute: Wasser filtern! Immer!

3. Versicherungen

Ich fasse es nicht das ich wirklich über so etwas langweiliges schreibe wie Versicherungen. Aber auch hier musste ich meinen Leichtsinn teuer bezahlen, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe den Fehler gemacht eine neue Reisekrankenversicherung abzuschließen, statt die alte zu verlängern, als ich doch länger unterwegs war als geplant. Ich hätte bei der Versicherung anrufen sollen, bevor ich das gemacht habe. Jetzt habe ich halt auf die harte Tour gelernt, dass die Versicherung nur greift, wenn man sie vor seiner Abreise in Deutschland abschließt. Ich musste die gesamten Kosten, meines Krankenhausaufenthalts selbst bezahlen. Von diesem Geld hätte ich mir ein bis zwei interkontinentale Flüge kaufen können… Deswegen egal was ihr mir eurer Versicherung macht, fragt vorher lieber nach

4. Helft andern, es kommt zurück

So saß ich vor meiner Entlassung aus dem Krankenhaus im Büro eines Angestellten und hatte absolut keine Ahnung wie ich bezahlen sollte. Auch wenn es im nach hinein vielleicht nach einer witzigen Geschichte klingt, war es das in dem Moment überhaupt nicht. Da dies schon das Ende meines Trips war, war das Geld wie immer knapp und meine restlichen Ersparnisse warteten in Deutschland auf mich. Zum Glück hatte ich einen Engel an meiner Seite. Ein Freund aus Nepal, der mich nicht nur ins Krankenhaus gebracht hatte, sondern mich auch in meinen Tagen dort davon abgehalten hatte komplett wahnsinnig zu werden. Er half mir jetzt auch noch meine offene Rechnung zu begleichen. Ich habe keine Ahnung was ich ohne ihn gemacht hätte. Er lieh mir 500 Euro. Witzigerweise ist das genau der Betrag, den ich in Nepal und Indien dafür ausgegeben hatte anderen Menschen zu helfen.

5. Lasst euch nicht stressen

In unseren Köpfen läuft doch meist nur das Worst- Case- Szenario: „Die lassen mich bestimmt nicht ausreisen, wenn ich nicht zahlen kann.“ „Was ist, wenn ich Malaria habe?“ „Was mache ich wenn das Visum nicht vor meinem Flug kommt?“ Statt vernünftig abzuwägen, verstricken wir uns gerne in irgendwelche Spinnereien und werden fast wahnsinnig. Leider erkennen wir oft erst im Nachhinein wie unnötig diese Sorgen eigentlich alle waren und wie verrückt uns unsere Vorstellungskraft machen kann. Am besten ist es kurz inne zu halten, wenn wir das realisieren. Vielleicht kann es uns so irgendwann gelingen uns nicht mehr so viele Sorgen über das zu machen, das in der Zukunft liegt und wir oft nicht einmal beeinflussen können.

Wenn ich diese Ratschläge selbst befolgt hätte, hätte ich mir sehr viel Stress gespart. Hört deswegen auf mich und macht nicht die selben Fehler.


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